Wer kein Wachstum spürt, liegt richtig


Es ist ein rechtes Dèjà vu: gegen Ende des alten Jahres oder zu Beginn des neuen erfasst die Wirtschaftsforschung eine gewisse Ermunterung und mit neuem Elan wird Österreich ein leichter Aufschwung in Aussicht gestellt. 1,5%, vielleicht fast 2% Wachstum, jedenfalls soviel, dass auch – mit einer gewissen Verzögerung – die Arbeitslosigkeit langsam aber beständig zurück gehen könnte. Alleine, mit Verlauf des Jahres tritt Ernüchterung ein, vermeintliche leichte Abschwächungen der Konjunktur im 2. Quartal erweisen sich als hartnäckig und schließlich blicken wir zurück auf ein Jahreswachstum von unter 1% - zuwenig, um als solches wirklich wahrgenommen zu werden.

 

Heuer wird es nicht anders verlaufen: was sich in der Industrie schon länger abgezeichnet hat, hat sich nunmehr für die gesamte heimische Wirtschaft materialisiert: aus dem erhofften Aufschwung wird nichts. Die aktuelle Jahreswahctrsumsvorschau geht von 0,8% aus. Die weitere Entwicklung der Beziehungen der EU zu Russland ist ein weiterer Unsicherheitsfaktor. Deutschland spürt die allgemeine Verunsicherung auf den internationalen Märkten –diesmal natürlich auch im hohen Maße durch die politischen Ereignisse der letzten Wochen und Monate geprägt. Damit kann der wichtigste Wachstumsfaktor für Österreich seine Erwartungen nicht erfüllen; Italien ist nach einer Hoffnungsphase im 1. Quartal wieder in die Stagnation gerutscht. Innerhalb der  Eurozone gibt es unterschiedliche Signale und Entwicklungen aber jedenfalls kurzfristig sind für Österreich keine besonders positiven Momente zu erwarten. Auch aktuelle an den internationalen Finanz- und Immobilienmärkten versprechen für die nähere Zukunft nichts allzu Positives: der deutsche Aktienindix hat seit seinem All-time-high im Juli um 8% gesunken, sowohl in London als auch in zahlreichen chinesischen Städten gehen die Wohnungspreis zurück.

 

Angesichts diese Situation deutlich zu hoch und teilweise haus(staats)gemacht ist die Inflation in Österreich, die mit aktuell 1,7% seit geraumer Zeit die realen Einkommenszuwächse gegen 0% drückt. Dementsprechend schwach entwickelt sich zur Zeit auch der private Konsum, der nach einem Rückgang von 0,2% in 2013 heuer um 0,3% wächst.


Print